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FRAUEN SHOPPEN ANDERS

Wenn er ein weißes Hemd braucht: Dienstag (10:30): „Schatz, ich fahr mal kurz in die Stadt." Er fährt los und bekommt noch drei Nachrichten aufs Handy, dass er Küchentrolle, stückige Tomaten und Basilikum mitbringen soll. Um 12:00 ist er mit den Besorgungen und dem Hemd wieder zu Hause, hilft beim Kochen und um 13:00 sitzen sie am Mittagstisch. Wenn sie eine weiße Bluse braucht: Dienstag (10:30): „Schaaaatz, wir müssen Samstag in die Stadt." Er: „OK." Am Samstag kommen sie statt um 9:00 erst um 10:30 los, weil sie noch bei ihrer besten Freundin anrufen musste, um zu fragen, wo sie vor zwei Jahren diese tolle Bluse gekauft hat, die sie auf der Hochzeit ihrer zweitbesten Freundin trug. Natürlich kann sich die Freundin nicht mehr erinnern, hat aber gehört, dass eine neue, nette Boutique in der Stadt eröffnet hat, mit tollen Eröffnungsangeboten. Leider weiß sie nicht genau, wo der Laden ist, aber es könnte in der Nähe des Schuhgeschäfts sein, in dem Carmen diese coolen Ankle...

ZÄHMEN

Zähmen "Komm, spiel mit mir", sagte der DOM  "Ich kann nicht mit dir spielen", sagte die Sub,  "Ich bin noch nicht gezähmt."  "Was bedeutet `zähmen`?", fragte der DOM.  "Es bedeutet, sich `vertraut machen", antwortete die Sub,  "Noch bist du für mich nichts als ein Dom, der unzähligen anderen Doms gleicht.  Ich brauche dich nicht und du brauchst mich ebenso wenig.  Ich bin für dich nur eine Sub, die unzähligen anderen Subs gleicht.  Aber wenn Du mich zähmst, werden WIR einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Du bist verantwortlich für das,  was Du Dir vertraut gemacht hast.  nach Antoine de Saint-Exupéry

DIE VERWANDLUNG DER GÄNSEBLÜMCHEN

Unbeachtet von den Blicken der Welt, die im Schritttempo um sie herum eilte, standen sie in ihrer Wiese. Zitternd vor Kälte, nass vom Regen, hatten sie sich in ihrem Fühlen vergraben. Sie lebten, aber sie erlebten nicht. Sie hatten ihr Fühlen ausgesperrt, sich nur an das Nötigste gehalten. Sie hatten die Wurzeln von Gänseblümchen, sie waren Gänseblümchen, sie wollten Gänseblümchen sein, denn sie kannten ja nichts anderes. Es war ein kalter Wintertag, als sie ihre Köpfe hoben und plötzlich etwas erkannten: Da ist jemand, der fühlt wie du, der ist wie du, der kann für dich da sein. Ohne viel Überlegen, ohne viel Hinterfragen, wurden sie im Nu Verbündete. Trotzten dem Wind und Wetter. Schnee und Eis verloren ihre Kälte, der Regen seine Unwirtlichkeit, und selbst über den Hund, der auf sie pinkelte, konnten sie lachen. Auch im stundenlangen Stau auf der A5 genossen sie ihre Zweisamkeit. Sie trotzten dem Winter, ließen den Frühling kommen. Sie wuchsen und gediehen unter der kraftvollen Wärm...

MACHT UND GRENZEN

Von Macht und Grenzen Nachdem ich gestern, ganz entgegen meiner sonstigen Zurückhaltung, den Mut aufbrachte, an einem Stammtisch teilzunehmen – als Teil einer Selbsttherapie, um mich aus meinem Schneckenhaus herauszuwagen und mehr unter Menschen zu gehen –, sind mir einige Fragen geblieben, die ich gerne mit euch teilen und vielleicht nach und nach hier zur Diskussion stellen möchte. Zu dem Stammtisch in Heidelberg, der jede Woche stattfindet, noch kurz: Ich war erschrocken, überrascht und auch ein wenig entsetzt, als ich sah, wie sich unter der Woche über 20 Personen einfanden, die sich größtenteils untereinander gut kannten und in lockerer Runde ins Gespräch kamen. Da ich mit ein paar weiteren Neulingen vor Ort war, fühlte ich mich zumindest nicht vollkommen fremd und ausgeschlossen. Es gab auch Themenabende, bei denen eine Weile über ein vorher definiertes Thema diskutiert wird. Der Abend, an dem ich teilnahm, drehte sich um die Frage: „Machtgefälle – inszeniert oder Lebensstil?...