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An meinen Enkelsohn

 Lieber Anton, Voller Liebe und Dankbarkeit schreibe ich diese Worte an dich, während du gerade erst in diese Welt eingetreten bist. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie glücklich und stolz ich bin, dein Großvater sein zu dürfen.  Du bist wie jeder Mensch , ein Wunder.  Ich möchte dir meine Wünsche für deine Zukunft mitgeben.  Ich wünsche dir dass du nicht zu letzten, sondern zur nächsten Generation gehörst, einer Generation, die es vielleicht, hoffentlich besser macht als die vorherigen, auch besser als meine. Ich würde dir wünschen, genauso sorglos und unbedarft aufwachsen zu können, wie es meiner Generation vergönnt war, habe aber die Angst und Vermutung, dass diese Zeiten für immer vorbei sind. Bei uns war das Klima zwar nicht immer prima, aber auch kein Besorgnis erregendes Thema, Krieg in Europa genauso unvorstellbar wie rechtsextreme Parteien in der Regierung und Verschwörungstheoretiker auf die Sichtung von Ufos beschränkt. Deshalb wünsche ich dir, dass du n...

Das zweite erste Date

  „Schlüssel liegt morgen Punkt 18:00 unter der Fußmatte bereit. Schließ die Wohnung auf und schreibe mir wenn du drinnen bist. Sei pünktlich!" Seine Nachrichten wie immer knapp und formlos, keine lieben Grüße und keine Smilies. Anfangs war ihr diese Form der Unterhaltung befremdlich, mittlerweile hatte sie sich aber an den Stil gewöhnt und fand diese kühle Form sogar irgendwie reizvoll und passend. Klare Ansagen.  Die Adresse hatte er ihr schon zuvor in einer Mail mitgeteilt in der sie sich für dieses etwas andere Date verabredet hatten.  Mindestens fünf Jahre ist es her seit sie ihr bisher erstes und letztes gemeinsames Treffen hatten, und sind sich seitdem nicht mehr begegnet, bis sie sich vor Kurzem in einem Onlineforum wiederentdeckt hatten. Sie war ihm schon früher aufgefallen, aber es war nicht seine Art, jemanden nachzulaufen oder sich aufzudrängen. Kurze Zeit später aber schrieb sie ihn an, und aus belanglosem Chat entwickelte sich ihr Interesse an einem Wiederse...

Vollmondnacht II

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SSie kannte das Gefühl nur allzu gut – die Mischung aus Nervosität, Unruhe, Unsicherheit und aufkeimender Vorfreude. Besonders in den Nächten des Vollmonds war er oft ungestüm und ohne Hemmungen. Doch trotz dieser wilden, ungezähmten Seite wusste sie, dass sie ihm vertrauen konnte. Er überschritt keine Grenzen, hielt sein Wort, und sie wusste, dass sie sich auf ihn verlassen konnte. Dieses Vertrauen gab ihr die Freiheit, sich ihm vollkommen hinzugeben, sich in seiner Nähe zu verlieren und in ihrer Hingabe zu versinken, die tiefe Erfüllung ihrer Devotion zu spüren. Es war ein schwülwarmer Juliabend. Sie spürte schon den ganzen Tag, dass er es heute wieder besonders genießen würde, seine grenzenlose Macht über sie auszuspielen. Schon in der Frühe, gleich nach dem Aufwachen, hatte er sich ihrer ohne viele Worte bedient, um seine Lüste zu befriedigen. Dann spürte sie den ganzen Tag, dass er etwas plante. Sie liebte seine phantasievollen Spiele und trotz der Unsicherheit, was kommen mög...

Vollmondnacht I

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„Sei bereit.“ Nur eine kurze Nachricht, zwei Worte, die wie ein Blitz in ihr Herz trafen. Sofort stieg der Puls, das Blut raste durch ihre Adern. Der Tag hatte bereits katastrophal begonnen. Beim Frühstück hatte sie sich den Kaffee über die neue weiße Jeans geschüttet. Sie musste sich umziehen, war spät dran, und natürlich waren alle Parkplätze besetzt. Als sie endlich zur Arbeit kam, die spöttische Bemerkung dieser Kollegin: „Bis du kommst, sind andere schon wieder müde.“ Lisa hätte ihr am liebsten die Augen ausgestochen, doch gleichzeitig war sie kurz davor, in Tränen auszubrechen. Wortlos drehte sie sich um, aus Angst, dass ihre Stimme brechen würde, wenn sie sich wehren wollte. Am liebsten hätte sie alles hingeschmissen, einfach weggelaufen, irgendwohin, egal wohin. Sie fühlte sich ausgebrannt, leer, unfähig, die vier Wochen bis zum Urlaub noch durchzuhalten. Es war einfach zu viel. Und dann diese Nachricht. Ein kleiner Funke, der plötzlich das Gefühl in ihr weckte, dass sie noch l...